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Warum der Name „Kleiner Muck“?

Der kleine Muck eine Gestalt aus dem gleichnamigen Märchen von Wilhelm Hauff, zurzeit der Romantik verfasst und seitdem beliebter Lesestoff der Kleinen, ist mehr als ein Name.

Er ist Programm. Das heißt, er lehrt uns, wie Vorurteile überwunden werden können.

 

Der kleine Muck ist auf Grund seines zwergenhaften Körpers und seines riesigen Kopfes von Geburt an benachteiligt, weshalb er von den Nachbarkindern gehänselt wird, so auch von dem lch-Erzähler der Rahmenhandlung, dessen Vater von den Ungezogenheiten seines Sohnes erfährt.

 

Und nun geschieht das Wunderbare: Der Vater erzählt ihm die Lebensgeschichte des kleinen Muck. Er versucht, Verständnis für ihn zu wecken, indem er über das Unglück spricht, das dem kleinen Mann widerfahren ist. ohne dass er sich entmutigen ließ; und besonders darüber, wie er sein Unglück in Glück umzubiegen wusste. So löst sich die Befangenheit, die die unproportionierte Gestalt hervorruft. Nicht nur das: Das aufmerksame Kind lernt den erwachsenen Muck kennen,

schätzen, sogar lieben und vermag schließlich auch seine Spielkameraden umstimmen. Am Ende begegnen sie dem bisher Verspotteten mit Achtung.

 

Hildegard Moos-Heindrichs

Schriftstellerin